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Nov 27, 2010
admin

Der Heine Katalog im Netz – Best Practices im E-Commerce

In unserer Reihe Best Practices im E-Commerce aus der Perspektive von Aktionsartikeln, Aktionsware und Verkaufsaktionen beschäftigen wir uns heute mit dem Heine Versand, der sich seit 1951 auch mit dem gleichnamigen Katalog – dem Heine Katalog – auf dem hart umkämpften Markt der Versandhändler etabliert auch – auch im WWW. Die heutige Tochter der Otto Group präsentiert sich auch im Netz von einer guten Seite, die allerdings noch Potential nach oben hat.

Wie kommt man zum Heine Versand?

Die URL des Heine Versands lautet – wen wundert’s – www.heine.de. Kurz und bündig, einfach zu merken: Besser geht es kaum. Doch in Zeiten der Google Toolbar und Plugins für Firefox verklickt man sich gerne und gibt seine Eingabe nicht in die Adressleiste, sondern in die Suchmaske von Google und Konsorten ein. Wie steht es also um SEO und SEM des Heine Versands?

Der folgende Screenshot zeigt den oberen Bereich der Google-Suchergebnisliste für den Begriff „heine katalog“.

Wir stellen fest: Der Heine Versand betreibt beide Maßnahmen aktiv und ist auch für den Beispielbegriff „heine katalog“ gut positioniert. Für den Bereich SEM belegt der Heine Versand die erste Position der Anzeigenliste – seit der Liberalisierung der Bewerbung fremder Markenbegriffe keine Selbstverständlichkeit mehr. Zusätzlicher Bonus: Die Anzeige des Heine Versands ist oberhalb der generischen Suchergebnisse positioniert – ebenfalls nicht immer vorauszusetzen. Es ergibt sich das stimmige Bild, dass der Heine Versand für den Suchbegriff „heine katalog“ die ersten 5 Plätze in den Suchergebnissen belegt. Auch dieser Fakt ist durch eine Neuerung im Google-Algorithmus möglich gemacht worden.

Luft nach oben: Die Anzeige des Heine Versands zeigt zumindest in unserem Test keine Sitelinks an. Dieses Feature stellt Google Adwords für die jeweils an erster Stelle positionierte Anzeige seit einiger Zeit zur Verfügung – allerdings stellt dies keine Garantie dar, dass eine mit Sitelinks ausgestattete Anzeige diese auch immer aufweist. Der Heine Versand kann solche Sitelinks also bereits eingebunden – Google „hat vielleicht gerade nur keine Lust“, diese einzublenden.

Die generischen Suchergebnisse sind wie bereits erwähnt vielfältig – hinzu kommt, dass die erste Position von heine.de für den Begriff „heine katalog“ von Google naturgemäß als Autorität anerkannt und mit insgesamt 8 Sitelinks ausgestattet wird. Auffällig ist weiterhin, dass nur eine der 4 Fundstellen mit Breadcrumbs ausgestattet ist und drei der Fundstellen vergleichsweise kurze Snippets aufweisen. Hier könnte gegebenenfalls etwas feingetuned werden. Andere Versandhäuser und große Kaffeeröster verwenden zudem Themen-Portale in Form von Sub-Domains, um weitere hauseigene Fundstellen auf der ersten Seite der Suchergebnisse zu positionieren – hiervon macht der Heine Versand keinen Gebrauch – zumindest nicht mit Erfolg.

Durch die Verknüpfung von AdWords und den generischen Suchergebnissen ergibt sich aber trotzdem ein dominantes Bild, in dem Wettbewerber und andere Websites lediglich auf der rechten Seite in Form von Anzeigen oder auf den meisten Bildschirmen erst nach Herunterscrollen sichtbar sind – ein gutes Ergebnis.

Verkaufsaktionen auf Heine.de

Nachdem wir uns mit dem Weg zu Heine.de beschäftigt haben, werfen wir unseren Blick auf die Website an sich – mit dem Fokus auf Verkaufsaktionen, der uns besonders am Herzen liegt.

Insgesamt ist die Startseite des Heine Katalogs in seiner Online-Form als äußerst übersichtlich zu bezeichnen.  Uns fallen bereits in den ersten Sekundenbruchteilen 3 Verkaufsaktionen auf:

  • Das Outfit der Woche
  • Christbaumschmuck und weitere Weihnachtsdeko
  • Winter- und Skibekleidung

Das Outfit der Woche ist der dominierende Faktor der Startseite. Auf den ersten Blick vielleicht etwas verwirrend, aber sehr innovativ gemacht: Die einzelnen Bestandteile des Outfits sind mit einem + gekennzeichnet und öffnen bei Klick ohne Laden einer neuen Seite entsprechende Detailbeschreibungen mit der Möglichkeit, diese Produkte sofort in den Warenkorb zu legen. Sehr schön! Durch den wöchentlichen Wechsel werden Nutzer dazu animiert, regelmäßig wieder auf Heine.de zu kommen.

Die weiteren Verkaufskationen sind mit entsprechenden Kategorieübersichten verlinkt, die zunächst mit einem Teaserbild und Galerieansicht optisch ansprechend und funktional gestaltet sind. Besonderer Gag: Die Produkte können neben der normalen Ansicht auch in eine Collage und eine Panorama-Übersicht umgewandelt werden. Die Collage ist dabei weniger spektakulär, viel mehr stich die Panorama-Übersicht ins Auge, die Produktbilder in voller Bildschirmgröße anzeigt und entsprechend gewaltig wirkt. Hierbei kommt auch die oft hervorragende Qualität der Produktfotos voll zum Tragen. Schade ist hierbei nur, dass Teile des 1. Produktfotos oft von einer Leiste verdeckt werden, in der weiter Produktfotos abrufbar sind. Nichtsdestotrotz eine schöne Funktion, die zum Stöbern im Sortiment des Heine Katalogs einlädt.

Sale als Verkaufsaktion des Heine Versands

Ein weiterer Bereich mit Aktionsartikeln verbirgt sich hinter der Option „Sale“ im Hauptmenü von Heine.de. Hier kann der geneigte Schnäppchenjäger direkt mehrere Hundert reduzierte Artikel finden – hübsch garniert mit animierenden Prozentzeichen und Schlüsselwörtern wie Schnäppchen, Markennamen wie Apart und Gardeur oder Volltreffer. Der Sale-Bereich geizt nicht mit Schlüsselreizen und ist von der Tonalität her deutlich werblicher als die „normalen“ Bereiche der Website. Wir finden: Nichts gegen offene Worte und eine gut auf die Zielgruppe der Schnäppchenjäger ausgerichtete Gestaltung – gut gemacht!

Weitere Aspekte

Hierzu gibt es eigentlich nur zu sagen: Der Heine Versand setzt auf die Standard-Lösung Intershop und die damit verbundene reibungslose Integration von Warenkorb, Kasse, Bezahlmöglichkeiten und dem Manko, dass SEO nicht der Hauptfokus der Implementierung ist. Bei einem etablierten Unternehmen wie dem Heine Versand aber wahrscheinlich zum Gutteil verschmerzbar, was Statistiken nach beliebten Suchbegriffen belegen. Auch hier zeigt sich die hohe Bekanntheit des Markennamens, was mit vielen Direktzugriffen durch Adresseingabe und hervorragender Positionierung für die Suche nach gerne genommenen Phrasen, die mit dem Markennamen zusammenhängen einhergeht – was wir am Beispiel von „heine katalog“ ja bereits zu Beginn durchexerziert haben.

Fazit

Vom Heine Katalog können viele Online-Shops auch in Bezug auf Aktionsartikel und Aktionsware etwas lernen: Angefangen von einer durchdachten SEO-/SEM-Strategie über eine aufgeräumte Website mit gut getimeten Verkaufsaktionen und je nach Zielgruppe und Bereich individueller Tonalität. Wir finden: Eine gute Portierung des Heine Katalogs von Print nach Online!